Rast im Venn

(Ein Gedicht)

Unter dem Wipfel des Baumes
Hälst du einsame Rast,
Spürest die Weite des Raumes,
Brausend vom Sturmwind erfasst.

Doch mit dem niedrigen, weißen,
Ziehenden Wolkenflor,
Wandert der Blick in das weite,
Grüne, blühende Moor.

Sanft nur gewellte Hügel,
Wollgras weiß überschäumt,
Und in der Ferne vom Bügel
Dunkeler Wälder gesäumt.

Vennland der bitteren Beeren,
Heilkraut und Vogelbeerbaum,
Birken und Krüppelföhren
Wurzeln am Tümpelsaum.
Land voll wehender Weite,
Uraltes Land im Moor,
Wo in der endlosen Breite
Uralter Pfad sich verlor.

Land voller Einsamkeiten,
Ewiger Rätsel voll,
In deinen Heimlichkeiten,
Spukt noch des Venngeist`s Groll.

Wen seine Nebel bedrängen,
Irret im Kreis ohne Weg,
Wehende Schwaden verhängen
Schmalen, schwankenden Steg.

Land der rieselnden Quellen,
Bräunlich und dunkel bemoost,
Ehe in schäumenden Fällen
Bergbach zu Tale tost.

Land voll ursprünglicher Stille,
Uraltes Land, ewig neu,
Wasserbehütende Fülle,
Bleib deiner Sendung getreu.

Das Hohe Venn
Eine Landschaft stellt sich vor!

Südlich von Aachen erstreckt sich angrenzend an das MONSCHAUER LAND über ca. 4500 ha eine Landschaft von ganz besonderem Reiz: Das HOHE VENN mit seinen Hoch- und Niedermooren, seinen Heiden und ausgedehnten Wäldern.
Der Name dieser Landschaft stammt vom lateinischen Wort fagna mit der Bedeutung von Sumpf oder Morast. Daraus haben sich in den einzelnen Sprachen heute Bezeichnungen wie Venn, Fehn, Veen, Fagne oder Fango entwickelt.
Die Geologen bezeichnen diese Region als das "Massiv von Stavelot". Die kambrischen Schichten mit einem Alter von über 500 Millionen Jahren bilden das Fundament dieser Landschaft. Seine Schiefer und Quarzite begegnen uns allerorten.
Die heutigen Hochmoore mit Mächtigkeiten von bis zu 10 Meter Torf, begannen sich mit dem Ausklingen der letzten Eiszeit vor über 10.000 Jahren hier zu entwickeln.

Die Hauptfaktoren für diese Entwicklung waren und sind die hohen Niederschläge (Botrange 1.400 mm / Jahr) und die Bodenbeschaffenheit mit seiner wasserundurchlässigen Tonschicht.
Noch heute weisen uns Frosthügelreste, asymetrische Täler und eine Reihe von Pflanzen und Tieren auf die kalte Vergangenheit dieser Landschaft hin.
Über viele Jahrhunderte hat der Mensch durch Holzkohle- und Lohegewinnung, durch das Schlagen von Bau- und Brennholz Einfluss auf die Wälder am HOHEN VENN genommen. Auch Ackerbau und Viehzucht haben in hohem Masse das Bild der Wälder und Moorflächen verändert.

Torfstich
Die aber wohl bekannteste Nutzung der Hochmoore war das Torfstechen. Mindestens 200 ha wurden ab dem 16. Jahrhundert als Torfbriketts in den Öfen der umliegenden Dörfer verheizt.
Weitere Besiedlungsspuren sind Reste von alten Handelswegen, Grenzsteine und eine Vielzahl von Kreuzen.
Seit 1957 steht nun das HOHE VENN unter Naturschutz. Man ist bemüht, diese herrliche Landschaft mit seinen rauhen und einzigartigen Reizen jetzigen und späteren Generationen zu schützen und zu erhalten.



Zahlen - Daten - Fakten
Brandgefahr
Besonders im Herbst und Frühjahr können bei längerer Trockenheit die Naturschutzgebiete gesperrt werden. Diese Massnahme wird dem Publikum durch rote Fahnen bekanntgegeben, welche an den Zugängen gehisst werden. Info: 0032-0-80-799040
Dieses Verbot gilt nicht für das Poleur-Venn.
Geographie
Das Hohe Venn liegt im äussersten Osten Belgiens. Es wird umgrenzt durch die Orte Eupen (B), Spa (B), Monschau (D) und Roetgen (D). Die mittlere Höhenlage liegt zwischen 500 und 600 Meter. Der höchste Punkt ist Botrange mit 694 Meter.
Klima
Hohes Venn (Botrange)
  • mittlere Jahrestemperatur 6,1 Grad Celsius
  • mittlere Januartemperatur -1,0 Grad Celsius
  • mittlere Julitemperatur 16,0 Grad Celsius
  • mittlere Niederschlagsmenge 1400 mm
  • durchschnittliche Zahl der Tage mit Regen: 172 / Jahr
  • durchschnittliche Zahl der Tage mit Schnee: 43 / Jahr
  • durchschnittliche Zahl der Tage mit Nebel: 175 / Jahr
  • Zugangsberechtigung
    Für den Zugang ist das Hohe Venn in folgende Zonen eingeteilt:
  • Zone A - für das Publikum frei zugängliches Gebiet;
  • Zone B - für das Publikum zugänglich auf ausgewiesenen und markierten Wegen!
  • Zone C - für das Publikum zugänglich nur in Begleitung eines anerkannten Naturführers!
  • Zone D - für das Publikum nicht zugänglich!
  • Sperrungen
    Einzelne Venngebiete können grundsätzlich oder zeitlich vom 16.03. bis 30.06. gesperrt werden (Vogelbrut)
    Naturschutzgebiet
    Das Naturschutzgebiet "Hohes Venn" wurde im Jahr 1957 gegründet. 1966 wurde es mit dem "Europäischen Naturschutzdiplom ausgezeichnet". Das Gebiet umfasst eine Grösse von insgesamt 4.500 ha.
    Verbote
  • offenes Feuer oder Rauchen
  • das Mitführen von Hunden in den Schutzgebieten
  • das Pflücken von Pflanzen
  • das Fangen von Vögeln oder Insekten
  • das Zelten
  • Wintersport
    Schneetelefon Ostbelgien informiert aktuell über die Schneelage der einzelnen Wintersportzentren.
    Rufnummer: 0032-80-227474